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Optimierung des Pflanzenschutzes im ökologischen Weinbau

Hintergrund

Kupfer, das insbesondere gegen Mehltau (Plasmopora viticola) wirksam ist, ist natürlichen Ursprungs, stellt jedoch ein Schwermetall dar, das sich im Boden anreichert und dessen Einsatz auf europäischer Ebene mittlerweile streng reguliert ist (Tamm et al., 2006). Seine ökologischen und toxikologischen Auswirkungen haben zahlreiche Debatten ausgelöst, was es heute zu einem der Hauptstreitpunkte im ökologischen Weinbau macht (Greenpeace, 2016). Schwefel hingegen bleibt das Mittel der Wahl gegen Mehltau (Erysiphe necator). Obwohl seine Wirksamkeit anerkannt ist, erfordert sein Einsatz häufige Anwendungen und manchmal hohe Dosierungen, was ebenfalls Fragen hinsichtlich der Nachhaltigkeit aufwirft. 

Angesichts dieser Herausforderungen ist es für den Bio-Sektor notwendig, innovativ zu sein und zuverlässige Alternativen zu finden, um einen wirksamen Pflanzenschutz aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Abhängigkeit von herkömmlichen Pflanzenschutzmitteln zu verringern. Vor diesem Hintergrund wurden die Projekte BIOVIPRO und InnoVaud ins Leben gerufen, um innovative Strategien zu identifizieren, zu bewerten und zu verbreiten, die eine Optimierung des Pflanzenschutzes im biologischen Weinbau ermöglichen. Diese Projekte wurden vom FiBL in enger Zusammenarbeit mit seinen Partnern und in direktem Bezug zur Praxis durchgeführt.

Die Versuche wurden zwischen 2021 und 2025 auf mehreren Weinbauflächen in verschiedenen Kantonen (Aargau, Genf, Tessin, Drei-Seen-Region, Wallis, Waadt) unter biologischen Produktionsbedingungen durchgeführt. Untersucht wurden drei wichtige Pilzkrankheiten: Mehltau (Plasmopara viticola), Echter Mehltau (Erysiphe necator) und Schwarzfäule (Phyllosticta ampelicida, Guignardia bidwellii). Die Versuche werden von den Winzern nach ihren üblichen Praktiken durchgeführt, während das FIBL und seine Partner die wissenschaftliche Begleitung übernehmen.

Insgesamt umfasste das Projekt über die 5 Jahre: 

  • Mehr als 50 Parzellen 
  • fast 20 verschiedene Rebsorten
  • mehr als 40 teilnehmende Weingüter
  • Über 90 verschiedene beobachtete Maßnahmen, zusammengefasst in 6 großen Strategiethemen:
    • Bewertung des Potenzials für Einsparungen bei der Behandlung zu Beginn und am Ende des Schutzzeitraums
    • Untersuchung der Wirksamkeit von Ersatzstoffen für Kupfer und/oder Schwefel
    • Untersuchung der Wirksamkeit von Produkten zur Verstärkung des Kupfer-Schwefel-Schutzes
    • Vergleich von Schutzstrategien gegen Schwarzfäule
    • Vergleich verschiedener Anwendungstechniken
    • Bewertung der Auswirkungen von Präventivmassnahmen auf den Krankheitsdruck
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